«Unsere Juniorinnen sollen eine Perspektive haben»
Zoran Atanasov ist seit dem Sommer Trainer unseres Frauen-Teams, das in die 3. Liga aufgestiegen ist. Wir haben mit ihm über die neue Herausforderung, das Team und seine Ziele gesprochen.
Zoran, ihr seid gleich mit einem Sieg in die Saison gestartet.
Ja, es war für uns sehr wichtig, gut zu starten. Wir sind als Aufsteiger aus der 4. Liga gekommen und hatten gleich im ersten Spiel einen sehr schwierigen Gegner. Sie sind letzte Saison aus der 2. Liga abgestiegen und haben davor vier oder fünf Jahre in der 2. Liga gespielt. Sie sind also schnellen und intensiven Fussball auf diesem Niveau gewohnt. Und es geht gleich so weiter. Nächstes Wochenende wartet mit Ascona direkt wieder ein schwieriger Gegner auf uns. Sie waren letzte Saison auf dem 2. Platz und haben den Aufstieg in die 2. Liga nur knapp verpasst.
Ihr seid in dem Fall gut vorbereitet in die Saison gegangen?
Ja, ich bin mit der Vorbereitung sehr zufrieden. Ich habe die Mannschaft vor ungefähr zwei Monaten übernommen und in dieser Zeit haben wir intensiv gearbeitet. Zusätzlich zu den Trainings hatten wir fünf Vorbereitungsspiele. Dabei war es uns wichtig, das was wir im Training erarbeiten, auch im Spiel zu sehen und umzusetzen.
Was konntest du für dich daraus mitnehmen?
In diesen Spielen haben wir bewusst viel ausprobiert. Jede Spielerin sollte Spielzeit bekommen, damit wir möglichst viele Spielerinnen kennenlernen und sehen können, wo ihre Stärken liegen. Wir haben auch verschiedene Positionen und Rollen ausprobiert. Für mich war diese Phase deshalb sehr wichtig, um ein besseres Bild von der Mannschaft zu bekommen.
Auf was habt ihr in der Vorbereitung besonders geschaut?
Ein grosser Schwerpunkt war unsere Spielphilosophie. Wir wollen einen attraktiven, schnellen und mutigen Fussball spielen. Besonders wichtig ist für uns das Umschalten – sowohl von der Offensive in die Defensive als auch umgekehrt. Wenn wir den Ball gewinnen, wollen wir möglichst schnell und vertikal nach vorne spielen. Wenn wir den Ball verlieren, wollen wir schnell reagieren, kompakt bleiben und den Ball möglichst schnell wieder zurückerobern.Unser Ziel ist, dass wir selbst das Spiel bestimmen, den Ball haben und das Tempo des Spiels diktieren können. Natürlich braucht das Zeit, aber ich sehe bereits eine gute Entwicklung.
Wie hat sich das Team verändert? Was ist neu gegenüber dem letzten Jahr?
Wir haben jetzt einen grösseren Kader und vor allem sehr viele junge Spielerinnen integriert. Zehn Juniorinnen des Jahrgangs 2010 sind neu beziehungsweise weiter in die Mannschaft. Dadurch ist die Mannschaft extrem jung. Unser Durchschnittsalter liegt bei ungefähr 17,5 Jahren. Für mich ist das aber kein Nachteil. Im Gegenteil: Wir haben sehr viel Qualität, grosses Potenzial und vor allem Spielerinnen, die noch unglaublich viel lernen und sich entwickeln können.
Ist das auch langfristig der Weg, den ihr gehen wollt?
Ja, absolut. Das ist für mich und auch für Zug 94 zentral. Wir haben im Verein eine grosse Nachwuchsabteilung und ich finde es wichtig, dass unsere eigenen Juniorinnen eine Perspektive in der ersten Mannschaft bekommen. Wir wollen sie Schritt für Schritt integrieren, ihnen Verantwortung geben und sie sportlich wie auch persönlich weiterentwickeln. Natürlich braucht es dafür Geduld. Aber ich bin überzeugt, dass wir mit diesem Weg langfristig eine starke Frauenmannschaft aufbauen können, die eng mit unserem eigenen Nachwuchs verbunden ist.
Was sind deine Erwartungen an das Team?
Für mich geht es nicht nur um Fussball. Ich erwarte von den Spielerinnen vor allem Disziplin, Respekt und Lernbereitschaft. Wir sind eine sehr junge Team, deshalb müssen wir bereit sein, jeden Tag etwas Neues zu lernen und uns gegenseitig zu unterstützen. Gleichzeitig ist mir wichtig, dass wir als Team Freude am Fussball haben. Denn ich bin überzeugt: Wenn die Spielerinnen Freude haben, wenn sie gerne ins Training und an die Spiele kommen, dann können sie auch über 90 Minuten und über eine ganze Saison hinweg ihr Maximum geben.
Was sind deine Ziele für die Saison?
Ich möchte eine Mannschaft, die zusammenhält, füreinander kämpft und auch in schwierigen Momenten nicht auseinanderfällt. Bezogen auf die Resultate ist unser Ziel und in der neuen Liga zu etablieren, Erfahrungen zu sammeln und im Mittelfeld zu platzieren. Ich bin überzeugt, dass diese Mannschaft das Potenzial, die Qualität und auch den Willen dafür hat.
In der sehr langen Winterpause von fast fünf Monaten können wir dann hart weiterarbeiten. Diese Zeit möchte ich unbedingt nutzen, um uns nochmals deutlich weiterzuentwickeln und qualitativ einen grossen Schritt nach vorne zu machen. Mein Ziel ist, dass wir in der Rückrunde noch stärker zurückkommen und dann wirklich zeigen können, was in dieser jungen Mannschaft steckt.















































