Alle erwarteten einen Sieg von unserer 1. Mannschaft beim Heimspiel gegen den FC Ibach. Nach 35 Minuten sah es dann auch nach einem lockeren Spiel und klaren Resultat aus. Zug führte mit 3:0, man durfte sich fragen: Bricht Ibach nun total ein, wie letztes Wochenende in Locarno, wo die Schwyzer gleich mit 7:1 verloren? Doch dann kam alles anders und das Heimteam musste bis zur letzten Sekunde um den Sieg zittern.
Die Zuger starteten wie gewohnt mit viel Spielkontrolle und Ballbesitz, ohne jedoch nach vorne die zündenden Ideen zu haben. Die Ibacher machten es dem Heimteam aber auch nicht einfach. Sie kopierten mehr oder weniger den Spielstil von Gambaragno vom letzten Samstag und stellen hinten alles zu. Teils verteidigten die Gäste mit sechs Spielern auf einer Linie und zwei defensiven Mittelfeldspielern davor. So hatte Zug ganz vorne zuerst Mühe und kam in den ersten 20 Minuten zu keiner nennenswerten Chance. Der Dosenöffner sollte dann ein Standard sein, wie so oft in solchen Situationen: Nach einem Corner für Zug in der 22. Minute schoss Marco Trachsel mit dem zweiten Nachschuss wuchtig ein.
Nun folgte die beste Phase des Heimteams mit mehreren Angriffen über die Flügel. In der 28. Minute spielte Meriton Kastrati den Ball auf der rechten Seite zu Simone Campisi, der in den Sechzehner stürmte und das 2:0 mit einem strammen Schuss erzielte. Nur drei Zeigerumdrehungen später war es wieder Campisi, der Richtung Gästetor zog und dort im Sechszehner gelegt wurde. Den fälligen Penalty verwertete Muhamed Seferi souverän. Zug führe also nach 32 Minuten schon mit 3:0.
Doch dann entschied sich das Team, einen Gang tiefer zu schalten, was Ibach neue Energie gab. Die erste Gästechance des Spiels folgte in der 35. Minute und bei der nächsten in der 40. Musste unser Goalie Lukas Winzap eine Glanzparade auspacken. Er fischte den Ball mirakulös aus der tiefen linken Ecke. Nur zwei Minuten später war aber auch er machtlos, als nach einem Eckball der Ibacher die Zuordnung in der Verteidigung nicht stimmte und die Gäste den Anschlusstreffer per Kopf erzielen konnten. Mit dem 3:1 ging es in die Pause.
Die Zuger schafften es auch zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht, den Hebel wieder umzulegen und blieben fehlerhaft und wenig inspiriert. Zwar kam das Heimteam zur einen oder anderen Chance, allerdings keine davon zwingend. Ibach schöpfte Hoffnung und spielte immer wieder schnelle Konter, wobei das Zuger Mittelfeld diese durch zu starkes Aufrücken auch ermöglichte. Und so fiel in der 70. Minute das zweite Gästetor zum 3:2. Nur drei Minuten später, wieder nach einem solchen schnellen Gegenstoss, entschied der Schiedsrichter auf Penalty für Ibach. Dabei fühlten die Zuger sich so wie die Berner Young Boys im Cupspiel gegen Biel. Man hätte wohl auch auf Schwalbe entscheiden und keinen Penalty geben können. Doch die Zuger haben ja noch Lukas Winzap, der den Penalty parierte und damit zum Matchwinner für das Heimteam wurde.
Was danach folgte war ein Abnützungskampf, hitzige Szenen, teils harte Fouls – eines davon wurde mit einer roten Karte gegen Ibach geahndet. Zug verteidigte mit aller Kraft, Ibach versuchte nach vorne zu spielen, kam aber nicht mehr zu grossen Chancen. Zug hatte noch den einen oder anderen Konter, es fehlte aber die Präzision im Abschluss. Diese letzten rund 30 Minuten – der Schiedsrichter liess ganze 12 Minuten nachspielen – waren wohl die längste halbe Stunde der bisherigen Zuger Saison.
Am Ende jubelte das Heimteam über drei hart erkämpfte und glückliche Punkte. Und weil die wichtigsten Gegner an der Tabellenspitze alle patzten, konnte unsere 1. Mannschaft ihre Tabellenführung gar ausbauen. Das war wichtig, denn am Sonntag geht es ans Auswärtsspiel gegen den FC Locarno.